Weihnachten, ein Fest, an dem wir jedes Jahr feiern, dass Gott sich für uns Menschen ganz klein gemacht hat, kam er doch als schutzloses kleines Kind auf die Welt, geboren nicht in einem Palast, sondern in einem ärmlichen Stall. Nicht laute Trompeten kündeten seine Geburt an, sondern feine Engelschöre.
In diesem Jahr transportierte der Kirchenchor Dielheim im Festgottesdienst mit Mozarts Missa brevis in B, KV 275, die bekannt ist für ihre heiter-beschwingte Grundstimmung, diese Weihnachtsfreude musikalisch.
Gemeinsam mit dem Ensemble an St. Cyriak unter der Leitung von Hyunsik Shin zeigte der Chor, dass er mit seinen choreigenen Solisten Petra Rostock, Marion Laier, Stephan Schork, unterstützt durch den Tenor Tobias Göpferich, diese Messe mit ihrer frühklassischen Eleganz, neuen expressiven Ausdrucksformen und einer ihr ganz eigenen Fröhlichkeit voller Ausdruck und innerer Anteilnahme exakt und leicht, aber doch präsent und wach musizieren konnte.

Die Interaktion zwischen Frage und Antwort, zwischen Solisten und Chor, zwischen forte und piano, zwischen Klarheit und Emotion ließ die Aussage Alfred Einsteins, ein Musikwissenschaftler aus München, spürbar werden: „Diese Messe ist so intim, …so lyrisch, dass sie fast privaten Charakter hat, in dem der Unterschied zwischen kirchlich und profan verschwindet.“ Chor, Solisten und Orchester folgten dem Dirigat Hyunsik Shins und ließen ein großes Ganzes entstehen, dessen Botschaft sich auch die Zuhörer nicht entziehen konnten.
Diese Weihnachtsbotschaft wurde noch einmal zusammengefasst in einem der bekanntesten angelsächsischen Weihnachtslieder „Joy to the world“ nach einem Thema von G.F. Händel. „Freuet euch all, der Herr ist da! Stimmt an ein Gloria! Nun öffnet eure Herzen weit …“ – möge diese Botschaft in vielen Menschen auch nach den Festtagen noch nachklingen und uns alle mit offenen Herzen, voller Weihnachtsfreude, durch die Welt gehen lassen.
Ein herzliches Dankeschön allen Mitwirkenden, auch Patrick Fichtner an der Orgel und dem Zelebranten Pfr. Rudolf Grammetbauer für den wunderschönen Festgottesdienst. Nicht zu vergessen unserem Dirigenten, der es sich nicht nehmen ließ, trotz Krankheit zu kommen.
B.R.
